INTERVIEW

Ich bin gerne Ärztin und kümmere mich seit über 20 Jahren um meine Patienten mit Magen- und Darmbeschwerden.
Meine Berufung „Ärztin“ bedeutet aber für mich ganz persönlich, nicht erst für Menschen da zu sein, wenn die gesundheitlichen Probleme bereits aufgetreten sind, ich möchte durch Vorbeugung und Informationen rund um das „Zentrum der Gesundheit“, den Darm und somit den Menschen möglichst lange gesund und leistungsfähig zu halten.

Ernährung und der darmgesunde Lifestyle sollte bereits im Kindesalter beginnen. Gesunde Ernährung stellt die Basis für ein gesundes Leben da. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Bauchschmerzen, Übergewicht, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und Krebserkrankungen nehmen weltweit zu.

Schon bei den Kindern nehmen gesundheitliche Probleme zu. Die UNICEF-Lancet-Studie hat aktuell eine gute Zusammenfassung zum Thema, Ernährung, Übergewicht und Psyche im Zusammenhang mit hochverarbeitete Lebensmittel veröffentlicht. Daher kommt bereits der Ernährung von Kindern und Jugendlichen besondere Bedeutung zu. Allerdings ist es jederzeit möglich, auf den darmgesunden Lifestyle umzusteigen und sich aktiv für eine darmgesunde Ernährung zu entscheiden, um bereits bestehende Probleme anzugehen.

Ja! Der Darm ist an unglaublich vielen hormonellen Vorgängen in unserem Körper beteiligt. Ein gesunder Darm ist entscheidend für die Produktion des Glückshormons Serotonin. Daher ist es tatsächlich so dass wir mit der Art der Ernährung Einfluss auf unser Wohlbefinden nehmen können.

Essen macht also tatsächlich glücklich. Je besser der Darm mit wertvollen Nährstoffen versorgt wird, je höher der Anteil an den guten, nützlichen Darmbakterien -das Mikrobiom- desto besser kümmert sich der Darm um seinen Besitzer. Das gleiche gilt auch für unser Immunsystem. 70 % der Immunzellen befinden sich im Darm. Der Darm ist das Zentrum unserer Gesundheit.

Ja, in jeder Altersgruppe gibt es eine passende darmgesunde Ernährung, aber die Empfehlungen unterscheiden sich je nach Lebensphase, Nährstoffbedarf und Gesundheitszustand.

Achtung: Kinder essen nach Geschmack und Aussehen . Es sollte süss sein und das
sollte man meiden !!

  • Kleinkinder: Fokus auf ballaststoffreiches Gemüse, Obst, Vollkorn, ausreichend Flüssigkeit; moderate Zuckerzufuhr und regelmäßige Mahlzeiten.
  • Kinder & Jugendliche: Vielfältige, nährstoffreiche Kost, ausreichend Ballaststoffe, Probiotika aus natürlichen Quellen (Joghurt, Kefir) je nach Verträglichkeit.
  • Erwachsene: Gute Balance aus Ballaststoffen = Präbiotika (Bohnen, Vollkornprodukte, Obst/Gemüse), regelmäßige Mahlzeiten, moderater Fett- und Zuckeranteil; ausreichend Flüssigkeit. Probiotische Lebensmittel ( Joghurt, Kefir)
  • Ältere Menschen: Höhere Ballaststoffzufuhr bei ausreichender Flüssigkeitsaufnahme, ausreichende Proteinzufuhr, eventuell Anpassung der Fett- und Salzaufnahme; Augenmerk auf Verträglichkeit.

Wichtige, gemeinsame Grundsätze:

  • Vielfältige, pflanzenreiche Basis (Gemüse, Obst,
  • Vollkorn, Hülsenfrüchte).
  • Ausreichende Flüssigkeit.
  • Begrenzung stark verarbeiteter Lebensmittel, Zucker und zugesetzter Fette.
  • Individuelle Anpassungen bei Unverträglichkeiten, chronischen Erkrankungen oder Medikamenten.

Grundprinzipien in jeder Altersgruppe: Wichtig !! Wenig Zusatzstoffe & reich an Ballaststoffe und Proteinen

  • Vielfältige, pflanzenreiche Basis: 3x Gemüse, 2x Obst,
  • Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte.
  • Ausreichend Flüssigkeit (Wasser, ungesüßter Tee). Angemessene Proteinzufuhr (mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, pflanzliche Quellen).
  • Ballaststoffe priorisieren, aber schrittweise steigern, anpassen bei Magen-Darm-Beschwerden (z.B Akazienfaser, feingemahlene Flohsamenschalen)
  • Weniger stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und gesättigte

Empfohlene Nahrungsmittelkomponenten:

  • Gemüse: bunte Vielfalt, Gemüsebrühe, ballaststoffreiche Sorten
  • besonders
  • Obst: ganz statt Säfte, moderate
  • Vollkorn und Hülsenfrüchte: Hafer, Gerste, Quinoa, Linsen,
  • Proteine: Fisch 1–2x/Woche (vorzugsweise fettreichere Sorten), mageres Fleisch sparsam, Eier, Joghurt/Kefir, Käse in moderaten
  • Probiotische/präbiotische Optionen: Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut, fermentierte Lebensmittel; ballaststoffreiche Präbiotika wie Hafer, Zwiebeln, Knoblauch.
  • Flüssigkeit: Wasser, ungesüßter Tee; Kaffee in Maßen.

Beispiele für eine typische Tagestruktur:

  • Frühstück: Vollkornbrot mit magerem Käse oder Hüttenkäse, Obst,
  • Leinsamen.
  • Mittag: Gemüsereiche Suppe oder Salat mit Linsen/Bohnen,
  • Abend: Gedünsteter Fisch oder Tofu, Gemüse, Quinoa oder
  • Zwischenmahlzeiten: Obst, Nüsse (ohne Salz),

Wichtige Anpassungen:

  • Proteinzufuhr erhöhen oder beibehalten, besonders bei
  • Muskelabbau-Risiko; 1,0–1,2 g/kg Körpergewicht/Tag, je nach Aktivität und Gesundheitszustand.
  • Ballaststoffe moderat steigern, um Blähungen zu vermeiden; schrittweise erhöhen.
  • Bei Erkrankungen (z. Nieren, Diabetes, Bluthochdruck) oder Medikamenten Absprachen mit Arzt/Diätassistent treffen.
  • Man muss nicht jeden Tag Stuhlgang 3x in der Woche reicht. Hauptsache die wohlgeformte Stuhlform Bristol Typ4 und man braucht wenig WC Papier und max. 3 x am Tag.
  • Harter Stuhl, Verstopfungs-Typ 1-3
  • Durchfall Typ 5-7
  • Blut im Stuhl / Erschöpfung / Blähbauch / Hauterkrankungen / Gelenkproblemen

Je nach gesundheitlichen Beschwerden ist eine entsprechende darmgesunde Ernährung von Bedeutung. Wie bereits erwähnt, ist der Darm für unglaublich viele Vorgänge im Körper verantwortlich. Schon Hipprokates wusste: „Darm = Zentrum der Gesundheit“ und je nach Alter, Lifestyle oder Beschwerden kann in Zusammenarbeit mit Ernährungstherapeuten ein individueller Ernährungsplan erstellt werden.

Zuvor ist aber eine medizinische Abklärung der Beschwerden unbedingt notwendig, um schwere Erkrankungen auszuschließen.

Meine Idee der ganzheitlichen DarmGesundheitspraxis liess sich nur als Privatarztpraxis umsetzen. Ich habe aber fast ein Verhältnis von 50% Privatpatienten und 50% Selbstzahlern /Kassenpatienten. Es werden in der Regel die Kosten für eine Ernährungsberatung bei den Ernährungstherapeuten von einer gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Und Ernährung ist der Schlüssel. Zusammen mit Entspannung, Bewegung sind das dien wichtigsten Elemente des darmgesunden Lifestyle. Deswegen unterstützen wir auch viel Menschen digital mit Informationen rund um das Thema Darmgesundheit , wie z.B -Rezepte und Erklärungen- auf der kostenlosen Web-App „Dein Darm“ , unseren DarmGesundheitsratgeber , den Brigitte Darm Balance online Kurs und 8 kostenlose Darmstories bei RT* Holy Sh*T. Diese Informationen stehen allen Menschen als Einstieg in den darmgesunden Lifestyle zur Verfügung. Ab Januar 2026 bieten wir mit unserer DarmGesundheitsplattform „Darmstory“ digitale Workshops für Jedermann an und auch Seminare für Arbeitgeber/ Arbeitnehmer im Rahmen des BGM .

Darmgesunde Getränke sind vor allem Wasser, ungesüßte Kräuter-und Früchtetees (wie Ingwer- oder Anistee), Grüner Tee sowie fermentierte Drinks wie Kefir und Kombucha, da sie die Darmflora mit Probiotika und Präbiotika unterstützen, Flüssigkeit spenden und die Verdauung anregen können, während Apfelessig-Wasser oder Gemüsesaft-Schorlen ebenfalls förderlich sind, um den Darm mit guten Bakterien und Ballaststoffen zu versorgen und die Verdauung zu regulieren.

1) Tee , Kaffee , Wasser ( gerne morgens mit 1 Glas lauwarmen Wasser starten), Kefir, Pflanzenmilch (Lactose gerne mal reduzieren) . Gerne auch 1 Kaffee mit 1 Teelöffel Akazienfaser

2) DarmGesunde Ernährung:
Ein darmgesundes Frühstück kombiniert Ballaststoffe (Haferflocken, fein gemahlenes Vollkornbrot, Leinsamen, Obst, Gemüse), Probiotika (Naturjoghurt, Kefir) und gesunde Fette/Proteine (Nüsse, Samen, Mandelmus) mit ausreichend Flüssigkeit, um das Mikrobiom zu unterstützen, die Verdauung zu regulieren und Energie zu liefern; Beispiele sind Porridge mit Beeren und Nüssen, Overnight Oats oder ein Vollkornbrot mit Quark und Gemüse. Gerne auch ein Ei Omelett.

125 g Joghurt mit 1 Teelöffel fein gemahlene Flohsamenschalen

Ein darmgesundes Mittagessen kombiniert Ballaststoffe (Gemüse v.a gegart , Vollkorn v.a gemahlen , Hülsenfrüchte) mit guten Proteinen (Fisch, mageres Fleisch, Joghurt) und gesunden Fetten (Leinöl, Nüsse) und ist leicht verdaulich, z.B. durch Dämpfen oder Garen. Ideal sind Bowls mit Quinoa/Reis, viel Gemüse und Linsen, Pellkartoffeln mit Quark, oder eine leichte Gemüsesuppe mit feingemahlenen Vollkornbrot, wobei Sie Fertigprodukte, viel Zucker, scharfe Gewürze und fette Speisen meiden sollten.

Achtung: nur 2 Portionen Obst am Tag und gerne mit einem Joghurt oder nach dem Mittagessen. Somit kann Fructose besser aufgenommen werden.

Ein darmgesundes Abendbrot ist leicht, ballaststoffreich und nährstoffreich, mit viel Gemüse, Vollkornprodukten (wie Vollkornbrot, Haferflocken), Hülsenfrüchten, magerem Protein (Fisch, Tofu, fettarmer Käse), gesunden Fetten (Avocado, Nüsse, Olivenöl) und Probiotika (Joghurt), während fettiges und zu viel Zucker vermieden werden sollten, idealerweise mindestens 3 Stunden vor dem Schlafen gegessen und gut gekaut wird.

Achtung: Wenn man Blähungen hat, sollte man abends keine Rohkost essen! 

  • Sozialleben : gemeinsame Zeit verbringen
  • Workshops – zusammen backen , Brot / Brötchen backen
  • Brunch
  • Spaziergang : vielleicht gemeinsam zur Backstube laufen
  • Schlafen (6-8 Stunden)

AUSGESPROCHEN GUT
VERDAULICH
MAGENFREUNDLICH
VORBEUGEND:

IN ZUSAMMENARBEIT MIT
DR. NICOLE STEENFATT

  • Darmärztin
  • Ernährungsmedizinerin
  • zertifizierte DarmGesundheitstherapeutin

Darmgesundheitspraxis Bad Oeynhausen

DARMGESUNDHEITSPRAXISDRSTEENFATT.de